Freitag, 25. Januar 2013

Gerüchte und Richtigstellung

Es kursieren einige Gerüchte in der Dalmatinerszene, mit denen unbedingt noch einmal deutlich und mit Nachdruck aufgeräumt werden muss.

Folgender Text ist in Zusammenarbeit von LUA-engagierten Züchtern entstanden:

Durch missverstandene Aussagen und mit Sicherheit im Stille-Post-Verfahren scheinen sich zur Zeit völlig falsche Informationen zu verbreiten, und bevor dies nun Überhand nimmt, soll hier noch einmal ganz deutlich davor gewarnt werden, vorschnell in die eine oder andere Richtung zu (ver-)urteilen.

Der Dalmatiner an sich gehört einer gesunden Rasse an. Jedoch gibt es nun einmal die Hyperurikosurie, die sich über die Jahre in die Zucht eingeschlichen hat. Ob nun tatsächlich 100% der Rasse betroffen sind, kann niemand mit Sicherheit behaupten. Tatsache ist nur, dass weltweit und kontinuierlich unzählige (Zucht-)Hunde getestet wurden und bislang KEIN Dalmatiner frei von dem HUU-mutierten SCL2A9-Gen war (bis auf Nachkommen des Backcross Projektes). Aus diesem Grund geht man davon aus, dass weltweit alle Linien betroffen sind.

Da aber ein guter Züchter seine Welpenkäufer gut berät, die Hyperurikosurie nicht verschweigt und zu Umsicht in Sachen Fütterung rät, werden viele Dalmatiner völlig problemlos alt und haben keine, oder zumindest keine offensichtlichen Probleme mit Auswirkungen von einem Zuviel an Purin in der Nahrung. Dies gilt vor allem bei Hündinnen, die rein aufgrund der Anatomie weniger Probleme mit den Auswirkungen der Steinbildung haben, sodass bei Hündinnen ein Blasen-Verschluß so gut wie niemals vorkommt.
Leider gibt es aber immer wieder unbedachte und nicht ausreichend informierte Dalmatiner-Halter, deren Hunde schwer erkranken und diesen dann im schlimmsten Fall nur noch operativ geholfen werden kann. Das Vorhandensein des erhöhten Harnsäure-Spiegels hat laut tierärztlicher Aussage Auswirkungen auf weitere Bereiche (z.B. Dermatitis), in wie weit man welche Dinge mit Hyperurikosurie in Verbindung bringen kann, wäre spekulativ und bedarf auch noch weiterer Beobachtungen.
Wichtig ist vielmehr, dass jedem Interessenten oder Besitzer eines LUA Dalmatiners bewusst ist, dass ein LUA-Träger nicht automatisch von allen nur in Frage kommenden Krankheiten befreit ist. Einzig und allein Harnsäure-bezogene Krankheiten und Probleme werden ausgeschlossen! LUA Dalmatiner werden keine Uratsteine entwickeln, sehr wohl können sie aber z.B. alle anderen Sorten von Steinen formen! Man darf als Halter aufgrund des LUA Gens nicht seinen Kopf ausschalten.
Die meisten anderen Hunderassen tragen die LUA-Variante und können trotzdem an den verschiedensten Dingen erkranken. Die einzige Gefahr und Sorge, die ein Züchter seinem Welpenkäufer durch das LUA-Gen nehmen kann, ist die, dass der Hund nicht wie ein HUA Dalmatiner bei unbedachter Fütterung Uratkristalle bzw –Steine und die damit verbundenen Probleme entwickeln kann.

Es mag durch eine falsche Übersetzung alter Artikel aus Amerika auch das Gerücht entstanden sein, dass LUA Dalmatiner besser hören. Dies ist jedoch absolut unwahr. Zu Beginn der LUA Zucht in Amerika war das Gehör lediglich ein Ansatzpunkt - man hoffte, eventuell auch das Gehör positiv beeinflussen zu können. Mittlerweile ist es jedoch so, dass es sicherlich wie auch bei den HUA-Würfen linienbedingt bzw. Glückssache ist, ob ein Wurf komplett beidseitig hörend ist, man unilateral hörende Welpen hat oder ob vielleicht auch sogar taube Welpen dabei sind. Mit dem LUA Gen hat dies sicherlich nichts zu tun.

Es muss beachtet werden, dass wie bei jeder Outcross-Verpaarung (also der Einkreuzung neuer Zuchtlinien in die bestehende Linien eines Züchters) durch die eingekreuzten Linien aus den USA auch genetische Veranlagungen in die europäische Zucht eingebracht werden könnten, die bisher in der europäischen Zucht eine geringere Rolle gespielt haben. LUA Züchter weltweit legen daher ein besonderes Augenmerk auf genetische Schwächen (wie z.B. Hüftdysplasie, Epilepsie, Schilddrüsenerkrankungen,…) aber auch auf laut Rassestandard unerwünschte Fell-Variationen und streben an, offen alle Informationen über mögliche Erbkrankheiten oder Schwächen zu kommunizieren. Unter diesem Gesichtspunkt ist es umso wichtiger, dass sich seriöse Züchter mit stabilen HUA-Linien in die LUA-Idee einbringen.

Es ist eine große Chance, der Rasse die LUA-Variante zurückgeben zu können. Die züchterischen Risiken müssen von Anfang an klar sein und so weit wie möglich vermieden werden, damit die an sich gesunde Rasse der Dalmatiner durch Einbringen der LUA-Variante noch gesünder wird und nicht neue Schwachpunkte in die Rasse eingeschleppt werden. Genauso wichtig wie gut und bedacht geplante LUA Würfe sind deshalb die guten HUA-Würfe, die den LUAs die Möglichkeit bieten, langfristig wieder mit entsprechenden Partnern verpaart zu werden, die aus stabilen und gesunden HUA-Linien stammen. Es sollte ein Zusammenspiel sein und kein Auseinanderdriften zweier Lager.

Um noch einmal die Genetik aufzugreifen:
Ein Dalmatiner, der das LUA-Gen trägt, unterscheidet sich genetisch geringfügig von anderen Dalmatinern: Da das Gen SLC2A9 auf dem Chromosom 3 liegt, wurde bei Einbringung der gewünschten LUA-Variante zwangsläufig das Chromosom 3 des Pointers mit eingebracht, das auch nach mittlerweile rund 15 LUA-Generationen zumindest noch zum Teil vorhanden ist. Berechnungen des Pointer-„Blutanteils“, d.h. des Prozentsatzes des Pointer-Anteils an den LUA-Dalmatinern sind völlig unwissenschaftlich und berücksichtigen die genetischen Mechanismen nicht, sollten also in Zukunft nicht weiter beachtet werden.
Äußerlich sind im Prinzip keine Unterschiede zwischen LUA- und HUA-Dalmatinern erkennbar. Auch innerhalb der HUA-Dalmatiner gibt es Varianten in Bezug auf Fleckengröße, Pigmentstärke, Körperbau etc. Die LUA-Dalmatiner sind also reinrassig im Sinne der FCI, auch wenn es einen (gewünschten) genetischen Unterschied gibt. Da die Rasse der Dalmatiner vermutlich ursprünglich ebenfalls u.a. auf Pointer zurückgeht, dürfte das neuerliche Einkreuzen eines Pointers den Dalmatinern keine grundlegend anderen Eigenschaften eingebracht haben.

HUA-Dalmatiner scheiden Stickstoff in Form von Harnsäure aus, die im Urin schwer löslich ist und deshalb leicht zur Bildung von Uratsteinen in der Blase und Niere führen kann. Andere Hunderassen sowie LUA-Dalmatiner bauen die Harnsäure zu Allantoin um, das wesentlich problemloser ausgeschieden werden kann und nicht zu Uratsteinen führt. Laut Untersuchungen kommt es bei etwa 20% der HUA-Rüden vor dass sich Uratsteine bilden, die dann auch z.B. wegen Blasenverschlüssen eventuell medizinisch behandelt werden müssen oder zu Komplikationen führen können. Hündinnen sind aufgrund ihrer Anatomie praktisch von einem Verschluss nicht betroffen.
Harnsäure ist das Ausscheidungsprodukt für Stickstoff. Dieser findet sich in erster Linie in Purin (also DNA und verwandte Moleküle), aber auch zu einem gewissen Anteil in Aminosäuren, also in Protein. Bei HUA-Dalmatinern muss deshalb darauf geachtet werden, dass über die Nahung nicht zu viel Stickstoff zugeführt wird. In aller Regel muss die Nahrung purinarm sein, darf und soll aber einen gewissen Protein-Anteil haben. Bei LUA-Dalmatinern wird die Harnsäure abgebaut, die besondere Vorsicht in Bezug auf Stickstoff bzw. Purin bei der Fütterung ist also nicht gegeben.
Bis auf die Tatsache, dass ein LUA Dalmatiner nicht an Harnsäure-bezogenen Krankheiten erkranken wird, sind sie allerdings, wie alle anderen Dalmatiner auch, nicht davor bewahrt an anderen Dingen zu erkranken.
Das LUA-Gen ist kein Allheilmittel!

Mittwoch, 23. Januar 2013

Mittwoch, 16. Januar 2013

LUA Infos in vielen Sprachen

Das Interesse weltweit steigt konstant und eine Hauptseite mit allen gesammelten Infos war längst überfällig. So entsteht nun nach und nach mit Hilfe vieler Unterstützer in den einzelnen Ländern eine neue Webseite "LUA Dalmatians World".
Nach und nach werden dort alle erhältlichen alten und neuen Artikel und Informationen rund um die LUAs und das Backcross Projekt veröffentlicht werden und ein Besuch der Seite lohnt sich für jeden interessierten Dalmatiner-Fan.

Noch 2 LUA Welpen zu vergeben

JELZYN aus dem Haus Punctum ( FCI/VDH ) sucht noch sein Zuhause bei Menschen in Deutschland oder benachbartem Ausland, welche absolut AUSSTELLUNGS - und auch ZUCHTORIENTIERT sind. JELZYN, Träger des Lua Gens, bringt zur Zeit die Voraussetzungen für Zucht / Ausstellung mit. Der superliebe, verschmuste und agile Jungrüde wird nur in HALTERSCHAFT übergeben, wo sichergestellt ist, dass Jelzyn gerne ausgestellt wird.
Mehr Infos: http://www.dalmatiner-zucht.biz
Somora's Gates Of Tomorrow ( FCI/VDH ) sucht noch ein neues Zuhause. Vorzugsweise im Einzugsgebiet Rhein-Main, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Giessen, Limburg etc.
Er bringt zur Zeit die Voraussetzungen für Zucht und Ausstellung mit, ist durchgeimpft, stubenrein, fährt ruhig und geduldig im Auto mit und ist mehrfach entwurmt. Außerdem ist er ein sehr angenehmer, sanfter und ruhiger Typ, sehr verschmust und ausgeglichen. Offen Neuem gegenüber und unerschrocken.
Mehr Infos unter www.somoras.de